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Pressetext

Zeit zu gehen ist ein Kinodokumentarfilm über das große Tabu unserer Zeit: das Sterben. Anita Natmeßnig und ihr Team hatten die einmalige Möglichkeit, drei Monate lang am Alltag im CS Hospiz Rennweg teilzunehmen. Eine 12-Betten-Station, wo das Sterben als natürlicher Teil des Lebens akzeptiert wird. Der Film zeigt, wie sechs unheilbar krebskranke Menschen die letzten Monate, Wochen und Tage ihres Lebens verbringen. Dabei wird deutlich: Im Angesicht des Todes geht es um das Leben.

Zeit zu gehen (© Visions du Réel - Festival international de cinéma, Nyon) Sterben ist ein Teil des Lebens. Eine oft vernommene, aber selten erlebte Wahrheit, bildet dieser Teil unserer Existenz doch einen unangenehmen Aspekt, den man so lang es geht möglichst weit von sich weist. Anita Natmessing wählt jedoch gerade aus diesem Grund den Tod als Thema für ihren Film und begleitet sechs unheilbar krebskranke Menschen eines Hospizes in Wien auf ihren letzten Wegen. Im Kontrast zum Krankenhaus versteht man das Sterben hier als einen ganz natürlichen Part des Lebens, als ein Leben unter besonderen Umständen, wie einer der Pfleger triftig erklärt. Ein Ort, an dem es nicht vordergründig darum geht wieder gesund zu werden, sondern die Zeit bis zum Tod so angenehm wie möglich zu gestalten. So zeigt Zeit zu gehen zunächst unerwartete Dinge: Menschen, die lachen, Karten spielen, in der Badewanne Musik hören oder den lauen Sommernachmittag auf der Terrasse genießen. Die einfachen Dinge des Daseins werden bekanntlich zu Seltenheiten, wenn sie den vermutlich letzten Wunsch bedeuten. Die im Film fühlbar gezeigte Menschenliebe des Hospizpersonals überträgt sich förmlich auf die Insbildsetzung der Filmemacherin. In ruhig auf den Patienten verweilenden Einstellungen bietet sie höchst intime wie alltägliche Einblicke zugleich und nähert sich ganz undramatisch dem letzten Stadium unseres weltlichen Daseins, dessen Substanz ihr irgendwo zwischen Spiritualität, der nächsten Mahlzeit und dem Anblick eines Toten einzufangen gelingt. (Andrea Wildt)

> www.zeitzugehen.at